Schattenseite: Agilität in der Industrie (4.0)

Die Digitalisierung in der Industrie geht mit großen Schritten voran. Auch die Hannover Messe für Industrie steht in diesem Jahr (2019) ganz im Sinne von „Industrie 4.0“.

Da Software bei der Digitalisierung eine tragende Rolle spielt, lohnt sich ein tieferer Blick, ob und wie Agilität in der Industrie eine Rolle spielt. Noch vor dem offiziellen Start blicken wir hinter die Kulissen und ziehen ein eher verhaltenes Fazit.

Agilität besteht aus zentralen Komponenten wie Kundennutzen, autonomen Teams, dem iterativen Vorgehen und dem damit verbundenen Lernen aus Fehlern (welche durchaus erwünscht sind).

Blickt man in die Eventreihe der HMI, stellt sich schnell Ernüchterung ein. Es finden sich überwiegend Basisthemen wie agiles Mindset, agile Führung oder der Verknüpfung von bestehenden Richtlinien mit agilen Methoden. Impulsvorträge ohne wirklich erkennbare Substanz, welche die Unternehmen wirklich weiterbringen können. Lediglich zwei Vorträge kümmern sich um den Kern von Agilität: SIEMENS stellt eine technische Plattform vor und ein Erfahrungsaustausch der Wagner Group GmbH zeigt wie man aus Fehlern lernt.

Stellt die HMI ein Spiegelbild der Industrielandschaft dar, so steht diese der Agilität wohl eher verhalten gegenüber, obwohl sie ein Schlüsselelement für Industrie 4.0 ist.

Auch ein Blick auf Produkte, welche die Agilität fördern und ermöglichen können, fällt eher ernüchternd aus. Es finden sich um die 60 Produkte, die sich mit dem Thema Projektmanagement beschäftigen. Tools und Services, welche Unternehmen in deren agiler Arbeitsweise unterstützen und begleiten könnten. Doch nur eine Handvoll streifen das Thema Kundennutzen, Teamunterstützung und iterative Vorgehensweise.

Zwei gute Gründe, dem Thema weiter auf den Zahn zu fühlen. Wir bleiben dran.